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Versbuch

Mandolinenklänge

Joachim Ringelnatz · 18831934

22 Zeilen · zuerst gedruckt 1910

Hör ich der Mandoline KlängeIst mir’s, als sähe ich eine der süßen,Netten GrisettenFreundlich mich grüßen.Kirschen trägt sie als Ohrgehänge.Barfuß kommt sie und lacht und lacht,Schüttelt kindisch die blonde MähneUnd zeigt dabei ihrer ZähneZartschneeige Pracht.Und dannDreht sie sich um und läuft, was sie kannDen wirren, langen,Steinigen Zickzackweg zurück,Den mein Leben gegangen,Sammelt dabei die paar verstreutenFreundlichen Blumen, die mich erfreuten,Bis sie ein buntes Dutzend gefunden.Die bringt sie mir zierlich gebunden.Ich aber küsse die Kleine,Küsse die Blumen und lache und weineBis alles verschwundenUnd die Mandoline schweigt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 7, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
Digitalisat
de.wikisource.org — „Mandolinenklänge“, Fassung 2.533.287 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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