Klimmzug
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
29 Zeilen · zuerst gedruckt 1920
Das ist ein Symbol für das Leben.Immer aufwärts, himmelan streben!Feste zieh! Nicht nachgeben!Stelle dir vor: Dort oben winkenSchnäpse und Schinken.Trachte sie zu erreichen, die Schnäpse.Spanne die Muskeln, die Bizepse.Achte ver die Beschwerden.Nicht einschlafen. Nicht müde werden!Du mußt in Gedanken wähnen:Du hörtest unter dir einen Schlund gähnen.In dem Schlund sind Igel und Wölfe versammelt.Die freuen sich auf den Menschen, der oben bammelt.Zu! Zu! Tu nicht überlegen.Immer weiter, herrlichen Zielen entgegen.Sollte dich ein Floh am Po kneifen,Nicht mit beiden Händen zugleich danach greifen.Nicht so ruckweis hin und her schlenkern;Das paßt nicht für ein Volk von Turnern und Denkern.Klimme wacker,Alter Knacker!Klimme, klimbZum Olymp!Höher hinauf!Glückauf!Kragen total durchweicht.Äh – äh – äh – endlich erreicht.Das Unbeschreibliche zieht uns hinan,Der ewigweibliche Turnvater Jahn.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Turngedichte, Kurt Wolff Verlag, München, 1920
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Klimmzug“, Fassung 3.779.370 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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