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Versbuch

Gewisse junge Burschen

Joachim Ringelnatz · 18831934

25 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1928

Seltsam schauen diese Jungen ins Leben,Davon sie gar nichts begreifen,In einer Zeit, da sie gar nichts erlebenUnd ebenso deshalb so gesund reifen.

Drückt kein Gewehr sie, auch kein Ranzen.Ohne zu ahnen, wissen sie.Ohne zu fragen, beherrschen und tanzenSie sicher jede Zurzeit-Melodie.

Wie lange wird’s währen?Wer ist der erste Rohling, der spricht,Um sie aufzuklären?Ich wagte es nicht.

Und ihre Mädchen, vom gleichen Jahr,Meist jünger sogar,Lassen sich gern scheinbar lenkenUnd empfinden wunderbar:Er gibt uns gar nichts zu denken.

Gönnt doch den jungen, frischenTieren ihr freudiges Weichmaulgefräß.Ihrem Zahnarzt entwischenSie doch nicht. Bestimmungsgemäß.

Neben mir, still, vom Ball abgewandt,Steht so einer dergleichen.Ich möchte so gern aus der flachen HandIhm ein Stück Zucker reichen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Allerdings, S. 168–169, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
Digitalisat
de.wikisource.org — „Gewisse junge Burschen“, Fassung 3.026.826 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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