Gladderadatsch
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
15 Zeilen · zuerst gedruckt 1924
Es hatte ein Igel sich geckenhaft und blasiertAm ganzen Körper von oben bis unten rasiert,Weil er abstechen wollte.Stach wirklich auch ab. Da nahte ein Fuchs.Worauf der Igel sich igelartig zusammenrollte.Aber der Fuchs verschluckte ihn flugs.Igel bat Fuchsen, ihn doch wieder auszubrechen;Er sei ein Igel und könnte empfindlich stechen.Und mittelst bauchrhetorischer WorteSprach der Fuchs: „Sie müssen verzeihn;Ich hielt Sie für ein kindliches Schwein,Werde nun aber sofort Sie befrein.Wenn ich bitten darf – durch die Hinterpforte.“Der Igel gab keinen LautMehr von sich. Er war schon verdaut.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Kuttel-Daddeldu, S. 50, Kurt Wolff Verlag, München, 1924
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Gladderadatsch“, Fassung 3.778.798 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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