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Versbuch

Giraffen im Zoo

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1933

Wenn sich die Giraffen recken,Hochlaub sucht die spitze Zunge,Das ihnen so schmeckt, wie jungeFrühkartoffeln mit Butter mir schmecken.

Hohe Hälse. Ihre FleckenSehen aus wie schön gerostet.Ihre langsame und weicheRührend warme Schnautze kostetVon dem Heu, das ich nun reiche.

Lauscht ihr Ohr nach allen Seiten,Sucht nach wild vertrauten Tönen.

Da sie von uns weiter schreiten,Träumt in ihren stillen, schönenAugen etwas, was erschüttert,

Hoheit. So, als ob sie wüßten,Daß nicht Menschen, sondern daß einSchicksal sie jetzt anders füttert.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
103 Gedichte, S. 19–20, 1. Auflage, Ernst Rowohlt, Berlin, 1933
Digitalisat
de.wikisource.org — „Giraffen im Zoo“, Fassung 3.778.572 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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