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Versbuch

Fliege und Wanze

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1924

Die Fliege hat zur Wanze gesprochen:„Leih’ mir doch eine Maß Blut,Ich habe den Bürgermeister gestochen. – –

Aber der roch nicht gut.Und ich habe sein Blut, ohne was zu sagen,In die Nase von seiner Frau übertragen,Und gab auch der Tochter und dem SohnEine kleine Portion.Und nun riecht die ganze FamilieNach Quecksilber und Petersilie,Und ist voller Pickel und Flecke,Und es ist ein Vergnügen, von der DeckeAus zuzugucken, wie sie sich jucken.“

Die Wanze tat etwas fremdUnd brummte: „Ach, Bagatelle!“Und kroch dabei einem Kutscher ins Hemd.Dort war derzeit ihre Quelle.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Kuttel-Daddeldu, S. 96, Kurt Wolff Verlag, München, 1924
Digitalisat
de.wikisource.org — „Fliege und Wanze“, Fassung 3.779.420 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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