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Versbuch

Flugpost-Liebesgabe

Joachim Ringelnatz · 18831934

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Radieschen schmeckt wie Regenwurm.Radieschen schmeckt auf hoher See,Auf Wache und im RegensturmWie Wasser und wie Pralinee.

Noch welke Blättchen grün am Rot.Als sie das ausgegraben,Wird sie gelächelt haben:Radieschen auf einem Walfischboot!Fern auf dem Eismeer Radieschen!

Mein gutes Lieschen.

Als ich zuletzt – vor einem Jahr –Auf Urlaub mit der LieseAuf der OktoberwieseIn dem Aquarium war,

Da zeigte man ein Haifischei.Durchsichtig war es fast wie Glas,Und innen zappelte ein Hai,Der knapp zwei Zentimeter maß.

Radieschen ist kein Säugetier,Und Lieschen ist kein Harpunier. –Hallo! Hallo!He! Alle Mann an Deck! –„Was?“ – – – – – „Wo?“Voraus! Zwei Strich an Steuerbord! Speck!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Flugpost-Liebesgabe“, Fassung 3.780.184 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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