Draußen und Drinnen
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
14 Zeilen · zuerst gedruckt 1910
In der Villa am Berg, die ob ihrer PrachtIm Dorf als „das reiche Schloß“ bekannt,Da hat man die Nacht durchjubelt, durchlachtUnd an geistreichen Reden, an Speise und TrankDas kostbarste, edelste dargebracht;Da haben hundert Kerzen gebrannt;Da haben die Gläser geklungen;Da hat am Flügel ein blondes KindEin tiefergreifendes Lied gesungen. – –Und während denen, die dort vereint,Die Stunden traumhaft verronnen sind,Hat – draußen am schneeverwehten Tor –Ein armer Wanderbursch gelauschtUnd – – bitter geweint.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 21, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Draußen und Drinnen“, Fassung 2.533.052 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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