Ehebrief
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
8 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1932
Nun zeigt ein Brief, daß ich zu langeNicht sonderlich zu dir gewesen bin.Ich nahm das Gute als Gewohntes hin.Und ich vergaß, was ich verlange.
Verzeihe mir. — Ich weiß, daß frommeGedanken rauh gebettet werden müssen.Ich danke jetzt. — Wenn ich nach Hause komme,Will ich dich so wie vor zehn Jahren küssen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte dreier Jahre Seite 91, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ehebrief“, Fassung 3.026.911 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.