Der mir viel Leid antat
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
16 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1932
Ich verfluche dich nicht.Ich denke nicht mehr an Rache.Ich suche, ob in deinem GesichtDie Reue erwache.
Du hast unsere Freundschaft kalt gemacht,Um Geld zu gewinnen. —Meine Fäuste sind nicht mehr geballt.Mir kannst du entrinnen,Doch nicht der Vergeltung. —
Meinst du, daß du glücklich bist,Weil du dir siegreich erscheinst?
Du!?! — Das Schicksal stellt jedem Frist.
Noch, noch ist Möglichkeit,Daß du der Vergeltung entrinnst.Wenn du dich selbst besinnst,Zurückgibst. Und rein beginnst.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte dreier Jahre Seite 127, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der mir viel Leid antat“, Fassung 3.539.819 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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