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Versbuch

Billardopfer

Joachim Ringelnatz · 18831934

18 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1924

Er starb am Billard, beim letzten Stoße.Engel trugen ihn in die Höh’.Abraham fand in seinem SchoßeBlaue Kreide und ein Billardqueue,Und er stieß in spielerischer IdeeNach den Sternen und Monden mit Linkseffet.Abraham bekam das Spielen satt,Weil der Himmel keine Bande hat.Warf also das Queue wütend zur Erde zurück.Das brach einer alten Frau das Genick.Die stand auf der Straße, doch nicht auf der Einwohnerliste.Die nächste Gemeinde begrub und bezahlte die Kiste.Und von dem Blitze, der bald dieses, bald jenes vernichtet,Wurde dann unter „Lokales“ berichtet,Daß er eine fremde Zigeunerin draußen erschlug,Die einen gestohlenen Billardstock bei sich trug.

Ob wohl in Afrika oder am Delta des NilsAuch Leute so sterben als Opfer des Billardspiels??

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Kuttel-Daddeldu, S. 74, Kurt Wolff Verlag, München, 1924
Digitalisat
de.wikisource.org — „Billardopfer“, Fassung 3.779.746 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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