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Versbuch

Die Frau mit der Reiherfeder

Joachim Ringelnatz · 18831934

18 Zeilen · zuerst gedruckt 1910

Ich weiß nicht genauWarum ich so oft an die bleiche FrauMit der weißen Reiherfeder gedenke,Mich immer in den Gedanken versenke:Wie könnte es werden, wie würde es sein,Wäre sie dein. – –Ich weiß es nicht und frage vergebens.Sie ist auf dem bunten Wege des LebensIrgendwo still mir vorübergegangen,Die schöne Frau mit den bleichen Wangen.Sie hat mich mit kalten Blicken gemessen;Wir haben kein einziges Wort getauscht,Doch sie hat mich mit fremden Zauber berauscht,Daß ich sie nimmer werde vergessen.Etwas, wie sehnende, nagende GlutWill mir das pochende Herz zerreißen,Denk ich der bleichen Frau mit der weißen,Wehenden Reiherfeder am Hut.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 16, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Frau mit der Reiherfeder“, Fassung 3.502.580 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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