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Versbuch

An meinen längst verstorbenen Vater

Joachim Ringelnatz · 18831934

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Ach steh noch einmal auf ins Leben,Du toter Papa!Der Krieg ist aus. Dann hat sich viel begeben.Ob du wohl weißt, was mir geschah?

Ach, wenn du kommst, gibt es die Frage nicht:Wer von uns hatte recht in seiner Meinung?Wenn du nur kommst — doch komm nicht als Erscheinung.Komm in mein reingeweintes Augenlicht.

Wenn du nur kommst! Ganz greifbar, nicht geträumt.Wir werden wie zwei Wellen uns umschlingen.Was uns durch Alter trennte, was versäumtWar, würde groß und unbefangen schwingen.

Ach weiß ich, daß kein Toter aufersteht.Doch wenn es das, woran ich glaube, gibt,Papa, dann hauche in mich ein Gebet.Wir haben uns bisher nur fremd geliebt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 108, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „An meinen längst verstorbenen Vater“, Fassung 3.026.939 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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