Zum Inhalt springen
Versbuch

Das Lied des Idioten

Rainer Maria Rilke · 18751926

21 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Sie hindern mich nicht. Sie lassen mich gehn.Sie sagen es könne nichts geschehn.Wie gut.Es kann nichts geschehn. Alles kommt und kreistimmerfort um den heiligen Geist,um den gewissen Geist (du weißt) –,wie gut.

Nein man muß wirklich nicht meinen es seiirgend eine Gefahr dabei.Da ist freilich das Blut.Das Blut ist das Schwerste. Das Blut ist schwer.Manchmal glaub ich, ich kann nicht mehr –.(Wie gut.)

Ah was ist das für ein schöner Ball;roth und rund wie ein Überall.Gut, daß ihr ihn erschuft.Ob der wohl kommt wenn man ruft?

Wie sich das alles seltsam benimmt,ineinandertreibt, auseinanderschwimmt:freundlich, ein wenig unbestimmt.Wie gut.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 2. Buch Teil 12, S. 139, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Lied des Idioten“, Fassung 2.357.784 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Rainer Maria Rilke

Alle Gedichte von Rainer Maria Rilke ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.