Abendgebet einer erkälteten Negerin
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
20 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1924
Ich suche Sternengefunkel.All mein KarbunkelBrennt Sonne dunkel.Sonne drohet mit Stich.
Warum brennt mich die Sonne im Zorn?Warum brennt sie gerade mich?Warum nicht Korn?
Ich folge weißen Mannes Spur.Der Mann war weiß und roch so gut.Mir ist in meiner MuschelschnurSo negligé zu Mut.
Kam in mein WigwamWeit übers Meer,Seit er zurückschwamm,Das WigwamBlieb leer.
Drüben am WaldeKängt ein Guruh – –
Warte nur baldeKängurst auch du.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Kuttel-Daddeldu, S. 16, Kurt Wolff Verlag, München, 1924
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Abendgebet einer erkälteten Negerin“, Fassung 3.778.396 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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