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Versbuch

Bär aus dem Käfig entkommen

Joachim Ringelnatz · 18831934

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Was ist nun jetzt?Wo sind auf einmal die Stangen,An denen die wünschende Nase sich wetzt?Was soll er nun anfangen?

Er schnuppert neugierig und scheu.Wie ist das alles vor ihm so weitUnd so wunderschön neu!Aber wie schrecklich die Menschheit schreit!

Und er nähert sich geducktEinem fremden Gegenstande. –Plötzlich wälzt er sich im Sande,Weil ihn etwas juckt.

Kippt ein Tisch. Genau wie Baum.Aber eine Peitsche knallt.Und der Bär flieht seitwärts, macht dann halt.Und der Raum um ihn ist schlimmer Traum.

Läßt der Bär sich locken. Doch er brüllt.Läßt sich treiben, läßt sich fangen.Angsterfüllt und haßerfülltWünscht er sich nach seines Käfigs Stangen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Bär aus dem Käfig entkommen“, Fassung 3.780.463 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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