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Versbuch

Lied der Welt

Hugo von Hofmannsthal · 18741929

16 Zeilen · zuerst gedruckt 1922

Flieg hin, Zeit, du bist meine Magd,Schmück mich, wenn es nächtet, schmück mich, wenn es tagt,Flicht mir mein Haar, spiel mir um den Schuh,Ich bin die Frau, die Magd bist du.Heia!Doch einmal trittst du zornig herein,Die Sterne schießen schiefen Schein,Der Wind durchfährt den hohen Saal,Die Sonn geht aus, das Licht wird fahl,Der Boden gibt einen toten Schein,Da wirst du meine Herrin sein!O weh!Und ich deine Magd, schwach und verzagt,Gott sei’s geklagt!Flieg hin, Zeit! Die Zeit ist noch weit!Heia!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 38, Insel Verlag, Leipzig, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Lied der Welt“, Fassung 3.026.759 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Hugo von Hofmannsthal starb 1929; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1999 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118552759 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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