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Versbuch

Gesellschaft

Hugo von Hofmannsthal · 18741929

32 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1922

SÄNGERINSind wir jung und sind nicht alt,Lieder haben viel Gewalt,Machen leicht und machen schwer,Ziehen deine Seele her.

FREMDERLeben gibt es nah und fern,Was ich zeige, seht ihr gern –Nicht die Schwere vieler Erden,Nur die spielenden Gebärden.

JUNGER HERRVieles, was mir Freude schafft,Fühl ich hier herangeflogen,Aber gar so geisterhaft:Glücklich – bin ich wie betrogen!

DICHTEREinen hellen WiderscheinSehe ich im Kreise wandern:Spürt auch jeder sich allein,Spürt sich doch in allen andern.

MALERUnd wie zwischen leichten LichternFlattert zwischen den GesichternSchwaches Lachen hin und her.

FREMDERLieder machen leicht und schwer!

DICHTERLieder haben große Kraft –Leben gibt es nah und fern.

JUNGER HERRWas sie reden, hör ich gern,Sei es immer geisterhaft.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 53–54, Insel Verlag, Leipzig, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Gesellschaft (Hugo von Hofmannsthal)“, Fassung 3.508.774 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Hugo von Hofmannsthal starb 1929; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1999 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118552759 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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