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Versbuch

Glückliches Haus

Hugo von Hofmannsthal · 18741929

16 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1922

Auf einem offenen Altane sangEin Greise orgelspielend gegen Himmel,Indes auf einer Tenne, ihm zu Füßen,Der schlanke mit dem bärtigen Enkel focht,Daß durch den reinen Schaft des OleandersEin Zittern aufwärtslief; allein ein VogelStill in der Krone blütevollem ScheinFloh nicht und äugte klugen Blicks herab.Auf dem behauenen Rand des Brunnens aberDie junge Frau gab ihrem Kind die Brust.

Allein der Wanderer, dem die Straße sichEntlang der Tenne ums Gemäuer bog,Warf hinter sich den einen Blick des FremdenUnd trug in sich – gleich jener AbendwolkeEntschwebend, über stillem Fluß und Wald –Das wundervolle Bild des Friedens fort.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 23, Insel Verlag, Leipzig, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Glückliches Haus“, Fassung 3.026.740 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Hugo von Hofmannsthal starb 1929; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1999 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118552759 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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