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Versbuch

Taub und blind

Heinrich Kämpchen · 18471912

16 Zeilen · zuerst gedruckt 1909

Da unten tief in den Schächten und Stollen,Da brütet es wieder mit dumpfem Grollen,Da ballen sich wieder die Wetter dicht,Sie aber achten und merken es nicht –Und lassen die Löhne nur niederrasseln,Und lassen die Strafen nur niederprasseln,Und nullen die Wagen, die BergmannsfleißZu Tage gefördert mit Bergmannsschweiß. –Sie hören nicht, was schon so mancher hört,Sie sehen nicht, was schon so mancher sieht,Der schnöde Golddurst hat sie betört,Das tolle Hasten nach Mehrprofit. –Und wenn der Riese sich wieder reckt,Zu Ende geht auch die Knechtsgeduld –Und wenn er wieder die Zähne bleckt,Sie tragen einzig allein die Schuld. –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 112, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „Taub und blind (Kämpchen)“, Fassung 1.228.521 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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