Unsere Toten
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Und müßt ihr kämpfen auch den bittern, harben,Den Daseinskampf in Mühen und Beschwerden,Vergeßt die treuen Toten nicht, sie starbenFür euch, damit es besser sollte werden.
Und wieder sollt’ ihr heute es geloben –Der Märzwind spielt um ihrer Gräber Borden:Wir wanken nicht, trotz aller Stürme Toben!Wir kämpfen fort, bis Freie wir geworden!
Und tragt ihr Kränze heut’ und PurpurschleifenZum Friedrichshain, zu den geweihten Grüften,Ihr müßt die Kugeln dabei hören pfeifen,Von achtundvierzig, in den Märzenlüften.
Denn nicht nach Kränzen, Sprüchen und EmblemenSteht unsrer Toten brünstiges Begehren –Ihr sollt dem Feinde seine Schanzen nehmenUnd männiglich der Gegner euch erwehren.
Bekämpfen sollt ihr wachsam jede Rüstung,Bringt sie dem Wohl des Volkes nicht Gedeihen,Vor allem aber trotzen der GelüstungDes Bruderkampfes in den eig’nen Reihen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 122, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Unsere Toten (Kämpchen)“, Fassung 1.228.627 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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