Tief unten
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Tief unten in den Nächten,Da ist es traurig bang,Tief unten in den Schächten,Da tönt’s wie Grabgesang. –
Da ist der Winde Pfeifen,Da ist der Tropfen Fall,Ein Tasten und ein Greifen,Gespenstig überall. –
Da sind die finst’ren Klüfte,Hohläugig wie die Gruft,Da sind die Moderlüfte,Da ist der Grabesduft. –
Und hier in dieser Hölle,Wo’s jedem Wesen graust,In Staub und in GerölleDer arme Bergmann haust.
In diesen öden Klüften,Weltfern von Kind und Weib,In diesen TodesgrüftenStirbt Seele ihm und Leib. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 149, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Tief unten (Kämpchen)“, Fassung 1.228.523 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.