Streik
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
32 Zeilen · zuerst gedruckt 1909
Tief unten im Grunde,Im schwarzen Geklüfte,Im Reiche der Grüfte,Da ist es zur StundeUnheimlich geschäftig,Da regt es sich kräftigMit starkem Gähren,Da will gebärenDie grimme Wöchnerin „Bergmannsnot“Den Streik, den Riesen, der wieder droht. –Vor kurzem noch, ihr habt es gesehn,Ließ er die Räder stille stehn. –Als er sich reckte in jähem Prall,Tot lagen die Werke, die Schächte all’. –Da klang kein Hammer im weiten Rund,Kein Wagen entstieg dem schwarzen Schlund,Da stockte alles mit einem Schlag,Da herrschte der lange Feiertag,Der grimme Riese schwang sein SchwertUnd Kirchhofsruhe war eingekehrt. –– – – Gibt’s ein Beschwören,Und wollt ihr wehrenDem wilden Drange,So säumt nicht langeUnd stillt die NotUm Fleisch und BrotAus eurem SchatzDurch Lohnzusatz –Sonst wird das GrollenIn Schacht und StollenDurch „Nichtgewähren“Den Streik gebären. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 116, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Streik (Kämpchen)“, Fassung 1.104.042 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.