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Versbuch

Anina

Heinrich Kämpchen · 18471912

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Ungarerde, Ungarerde,Zuviel Blut hast du getrunkenSchon in all’ den wilden Schlachten,Die auf dir sind ausgefochten. –

Wieder hast du dich gerötet,Wiederum ist Blut geflossen,Von acht armen Kohlengräbern,Die wie Hunde sind erschossen.

Nicht durch Bergsturz, nicht durch WetterMußten diese Armen enden –Nein, acht scharfe BüchsenkugelnHaben ihnen Tod gesendet. –

Weiberklagen, KinderjammernHallet nach den jäh Erschoss’nen –Um die Gatten, um die VäterGellen wird Verzweiflungsrufen. –

Und auch wir gedenken euer,Kameraden, Arbeitsbrüder,Die im schönen UngarlandeTraf solch’ grauenhaftes Schicksal. –

Wir, die deutschen Bergarbeiter,Trauern um euch, Kameraden,Euch, den toten und den wunden,Weihen wir des Liedes Spende. –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 140, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „Anina (Kämpchen)“, Fassung 1.096.674 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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