An unsere Kameraden vom Eisen
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
40 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Glück auf, ihr Kameraden,Die ihr bei HöllenglutDas Eisen reckt und hämmertMit ungebeugtem Mut.Die ihr das Erz, das spröde,Entreißt der starren HaftUnd es zum Leben zwingetUnd in die Formen strafft! –
Wir grüßen euch, ihr Brüder,Sind wir doch stammverwandt –Euch halten Feuersgluten,Uns hält die Nacht gebannt.Ihr schafft für wenig MärkerIn harter Eisenfron,Wir graben in den GrüftenUm gleichen Hungerlohn. –
Euch kann das Glück nicht finden,Wie wir es nicht erschau’n –Ihr hämmert die Metalle,Wir müssen Kohlen hau’n. –Uns fehlen Luft und Helle,Wir werden sonnenblind –Euch dörrt das Mark die HitzeUnd gift’ger Hüttenwind. –
Man macht uns zu Heloten,Verkehrt uns die Natur,Doch soll es nicht so bleiben,Wir schaffen Remedur!Zu Schutz und Trutz verbündet,Zerbrechen wir den Bann,Die Kohle und das Eisen,Der Berg- und Hüttenmann. –
Und seid ihr auch dem ZieleSchon rascher zugeeilt –Wir folgen euch, ihr Brüder,Wir folgen unverweilt.Wir wollen mit euch kämpfenGetreu den heil’gen Krieg,Für Freiheit, Menschenwürde –Glück auf zum vollen Sieg! –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 119, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An unsere Kameraden vom Eisen (Kämpchen)“, Fassung 1.096.150 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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