Wie dunkle Träume stehen
Heinrich Heine · 1797–1856
19 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1827
Die Häuser in langer Reih’;Tief eingehüllt im MantelSchreite ich schweigend vorbei.
Der Thurm der CathedraleVerkündet die zwölfte Stund’;Mit ihren Reizen und KüssenErwartet mich Liebchen jetzund.
Der Mond ist mein Begleiter,Er leuchtet mir freundlich vor;Da bin ich an ihrem Hause,Und freudig ruf’ ich empor:
Ich danke dir, alter Vertrauter,Daß du meinen Weg erhellt;Jetzt will ich dich entlassen,Jetzt leuchte der übrigen Welt!
Und findest du einen Verliebten,Der einsam klagt sein Leid,So tröst’ ihn, wie du mich selberGetröstet in alter Zeit.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Buch der Lieder, Die Heimkehr, S. 244–245, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Wie dunkle Träume stehen“, Fassung 4.065.740 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.