Pfalzgräfin Jutta
Heinrich Heine · 1797–1856
21 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1851
Pfalzgräfin Jutta fuhr über den Rhein,Im leichten Kahn, bei Mondenschein.Die Zofe rudert, die Gräfin spricht:„Siehst du die sieben Leichen nicht,Die hinter uns kommenEinhergeschwommen? –So traurig schwimmen die Todten!
Das waren Ritter voll Jugendlust –Sie sanken zärtlich an meine BrustUnd schwuren mir Treue – Zur Sicherheit,Daß sie nicht brächen ihren Eid,Ließ ich sie ergreifenSogleich und ersäufen –So traurig schwimmen die Todten!”
Die Zofe rudert, die Gräfin lacht.Das hallt so höhnisch durch die Nacht!Bis an die Hüfte tauchen hervorDie Leichen und strecken die Finger empor,Wie schwörend – Sie nickenMit gläsernen Blicken –So traurig schwimmen die Todten!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Romanzero, Hamburg, Hoffmann und Campe, 1851. Seiten 62–63., Hoffmann und Campe, Hamburg, 1851
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Pfalzgräfin Jutta“, Fassung 2.353.059 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
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