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Versbuch

Das Kind

Heinrich Heine · 17971856

22 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1844

XIV.Das Kind.

Den Frommen schenkt’s der Herr im Traum,Weißt nicht wie dir geschah!Du kriegst ein Kind und merkst es kaum,Jungfrau Germania.

Es windet sich ein BübeleinVon deiner Nabelschnur;Es wird ein hübscher Schütze seyn,Als wie der Gott Amur.

Trifft einst in höchster Luft den Aar,Und flög’ er noch so stolz,Den doppelköpfigen sogarErreicht sein guter Bolz.

Doch nicht wie jener blinde Heid,Nicht wie der Liebesgott,Soll er sich ohne Hos’ und KleidZeigen als Sanskülott.

Bey uns zu Land die Witterung,Moral und PolizeyGebieten streng, daß Alt und JungLeiblich bekleidet sey.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte, Zeitgedichte. S. 254–255, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Kind (Heine)“, Fassung 3.812.093 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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