Als ich, auf der Reise, zufällig
Heinrich Heine · 1797–1856
27 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1827
Meines Liebchens Familie fand,Schwesterchen, Vater und Mutter,Sie haben mich freudig erkannt.
Sie fragten nach meinem Befinden,Und sagten selber sogleich:Ich hätte mich gar nicht verändert,Nur mein Gesicht sey bleich.
Ich fragte nach Muhmen und Basen,Nach manchem langweil’gen Gesell’n,Und nach dem kleinen Hündchen,Mit seinem sanften Bell’n.
Auch nach der vermählten GeliebtenFragte ich nebenbei;Und freundlich gab man zur Antwort:Daß sie in den Wochen sey.
Und freundlich gratulirt’ ich,Und lispelte liebevoll:Daß man sie von mir recht herzlichViel tausendmal grüßen soll.
Schwesterchen rief dazwischen:Das Hündchen, sanft und klein,Ist groß und toll geworden,Und ward ertränkt, im Rhein.
Die Kleine gleicht der Geliebten,Besonders, wenn sie lacht;Sie hat dieselben Augen,Die mich so elend gemacht.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Buch der Lieder, Die Heimkehr, S. 182–184, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Als ich, auf der Reise, zufällig“, Fassung 3.778.528 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
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