Zum Inhalt springen
Versbuch

Ali Bey

Heinrich Heine · 17971856

26 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1844

XIV.Ali Bey.

Ali Bey, der Held des Glaubens,Liegt beglückt in Mädchenarmen.Vorgeschmack des ParadiesesGönnt ihm Allah schon auf Erden.

Odalisken, schön wie Houris,Und geschmeidig wie Gasellen –Kräuselt ihm den Bart die Eine,Glättet seine Stirn die Andre.

Und die Dritte schlägt die Laute,Singt und tanzt, und küßt ihn lachendAuf das Herz, worin die FlammenAller Seligkeiten lodern.

Aber draußen plötzlich schmetternDie Trompeten, Schwerter rasseln,Waffenruf und Flintenschüsse –Herr, die Franken sind im Anmarsch!

Und der Held besteigt sein Schlachtroß,Fliegt zum Kampf, doch wie im Traume; –Denn ihm ist zu Sinn, als läg’ erImmer noch in Mädchenarmen.

Während er die FrankenköpfeDutzendweis heruntersäbelt,Lächelt er wie ein Verliebter,Ja, er lächelt sanft und zärtlich.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte. Seite 193-194, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „Ali Bey“, Fassung 5.016.060 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Heinrich Heine

Alle Gedichte von Heinrich Heine ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Biedermeier und Vormärz

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.