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Versbuch

Adam der Erste

Heinrich Heine · 17971856

26 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1844

II.Adam der Erste.

Du schicktest mit dem FlammenschwertDen himmlischen Gensd’armen,Und jagtest mich aus dem Paradies,Ganz ohne Recht und Erbarmen!

Ich ziehe fort mit meiner FrauNach and’ren Erdenländern;Doch daß ich genossen des Wissens Frucht,Das kannst du nicht mehr ändern.

Du kannst nicht ändern, daß ich weißWie sehr du klein und nichtig,Und machst du dich auch noch so sehrDurch Tod und Donnern wichtig.

O Gott! wie erbärmlich ist doch diesConsilium-abeundi!Das nenne ich einen MagnifikusDer Welt, ein Lumen-Mundi!

Vermissen werde ich nimmermehrDie paradiesischen Räume;Das war kein wahres Paradies –Es gab dort verbotene Bäume.

Ich will mein volles Freiheitsrecht!Find’ ich die g’ringste Beschränkniß,Verwandelt sich mir das ParadiesIn Hölle und Gefängniß.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte, Zeitgedichte. S. 228–229, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „Adam der Erste“, Fassung 3.151.560 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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