Napoleon im Kreml
Conrad Ferdinand Meyer · 1825–1898
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1882
Er nickt mit seinem großen HauptAm Feuer eines fremden Herds:Im Traum erblickt er einen Geist,Der seines Purpurs Spange löst.
Der Dämon schreit mit wilder Gier:„Mich lüstet nach dem rothen Kleid!In ungezählter Menschen BlutGetaucht, verfärbt der Purpur nicht!“
Die Beiden rangen Leib an Leib.„Gieb her!“ „Gieb her!“ Der Dämon fleuchtMit spitzen Flügeln durch die NachtUnd schleift den Purpur hinter sich.
Und wo der Purpur flatternd fliegt,Sprühn Funken, lodern Flammen auf!Der Corse fährt aus seinem TraumUnd starrt in Moskau’s weiten Brand.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 139, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Napoleon im Kreml“, Fassung 2.085.830 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.
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