Nicola Pesce
Conrad Ferdinand Meyer · 1825–1898
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1882
Ein halbes Jährchen hab’ ich nun geschwommenUnd noch behagt mir dieses kühle Gleiten,Der Arme lässig Auseinanderbreiten –Die Fastenspeise mag der Seele frommen!
Halb schlummernd lieg’ ich stundenlang, umglommenVon Wetterleuchten, bis auf allen SeitenSich Wogen thürmen. Männlich gilt’s zu streiten.Ich freue mich. Stets bin ich durchgekommen.
Was machte mich zum Fisch? Ein MißverständnißMit meinem Weib. Vermehrte Menschenkenntniß.Mein Wanderdrang und meine Farbenlust.
Die Furcht verlernt’ ich über Todestiefen,Fast bis zum Frieren kühlt’ ich mir die Brust –Ich bleib’ ein Fisch und meine Haare triefen!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 144, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Nicola Pesce“, Fassung 2.085.831 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.