Novembersonne
Conrad Ferdinand Meyer · 1825–1898
20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1882
In den ächzenden GewindenHat die Kelter sich gedreht,Unter meinen alten LindenLiegt das Laub hoch aufgeweht.
Dieser Erde Werke rasten,Schon beginnt die Winterruh –Sonne, noch mit unverblaßten,Warmen Strahlen wanderst du!
Ehe sich das Jahr entlaubte,Gingen, traun, sie müßig nie,Nun an deinem lichten HaupteFlammen unbeschäftigt sie.
Erst ein Ackerknecht und Schnitter,Noch ein Traubenkoch zuletzt,Bist du jetzt der freie Ritter,Der sich auf der Fahrt ergetzt.
Und die Schüler, zu den BänkenKehrend, grüßen jubelvollHingelagert vor den SchenkenDich als Musengott Apoll.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 60, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Novembersonne“, Fassung 1.330.190 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.