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Versbuch

Der schöne Tag

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1882

In kühler Tiefe spiegelt sichDes Juli-Himmels warmes Blau,Libellen tanzen auf der Flut,Die nicht der kleinste Hauch bewegt.

Zwei Knaben und ein ledig Boot –Sie springen jauchzend in das Bad,Der eine taucht gekühlt empor,Der andre steigt nicht wieder auf.

Ein wilder Schrei: „Der Bruder sank!“Von Booten wimmelt’s schon. Man fischt.Den Einen rudern sie ans Land,Der fahl wie ein Verbrecher sitzt.

Der andre Knabe sinkt und sinktGemach hinab, ein Schlummernder,Geschmiegt das sanfte LockenhauptAn einer Nymphe weiße Brust.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte S. 312, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der schöne Tag“, Fassung 3.443.588 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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