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Versbuch

Das beerdigte Herz

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

15 Zeilen · zuerst gedruckt 1882

Mich denkt es eines alten Traums.Es war in meiner dumpfen Zeit,Da junge Wildheit in mir gohr.Bekümmert war die Mutter oft.Da kam einmal ein schlimmer Brief.(Was er enthielt errieth ich nie.)Die Mutter fuhr sich mit der HandZum Herzen, fast als stürb’ es ihr.Die Nacht darauf hatt’ ich den Traum:Die Mutter sah verstohlen ichNach unserm Tannenwinkel gehn,Den Spaten in der zarten Hand,Sie grub ein Grab und legt’ ein HerzHinunter sacht. Sie ebneteDie Erde dann und schlich davon.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 153, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das beerdigte Herz“, Fassung 2.229.102 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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