An den gecreutzigten Jesum
Andreas Gryphius · 1616–1664
15 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1658
Sarbievii: Hinc ut recedam.
Hler wil ich gantz nicht weg! laß alle Schwerdter klingen!Greiff Spieß vnd Sebel an! brauch aller Waffen MachtVnd Flamm’ / vnd was die Welt für vnerträglich acht.Mich sol von diesem Creutz kein Tod / kein Teufel dringen.Hier wil ich / wenn mich Ach vnd Angst vnd Leid vm bringen /Wenn Erd’ vnd Meer auffreisst / ja Wenn der Donner Nacht /Mit dunckelrotem Blitz auff meinem Kopffe kracht /Ja wenn der Himmel fällt / hier wil ich frölich singen.Weil mir die Brust noch klopfft / auch weder dort noch hier /Vnd nun vnd ewig sol mich reissen nichts von dir.Hier wil ich / wenn ich soll / den matten Geist auffgeben.Du aber / der du hoch am Holtz stehst auffgericht;HErr JEsu / neig herab dein bluttig Angesicht /Vnd heiß durch deinen Tod im Tod mich ewig leben!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Sonnette. Das Erste Buch. S. 3f., Johann Lischke, Breßlau, 1658
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An den gecreutzigten Jesum“, Fassung 1.472.530 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Andreas Gryphius starb 1664; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1734 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118543032 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.