An H. Christoph von Dihr
Andreas Gryphius · 1616–1664
16 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1658
V. An den HochEdlen Gestrengen vnd Groß-Achtbaren / etc. H. Christoph von Dihr / in Streidelsdorff Röm. Käys. Maytt. würcklichen Rath / vnd Beysitzern deß Königlichen Manngerichts in dem Fürstenthumb Glogau: vor meiner Abreise in Niederlandt /IV. Maij Anno cIɔ Iɔc XXXVIII.
IHr Nordstern letzter Zeit / deß Vaterlandes Stütze:Die einig noch nicht bricht / nun Kirch vnd Haus verfälltDen Ach vnd Noth nicht pocht. O vnerschreckter Held /An dem man einig sieht wie steiff sich Tugend schütze:Ihr / der vns lehrt was Kunst Hoch-Edlem Blutte nütze;Herr / dessen Lob / die itzt noch vngebor’ne WeltWird rühmen / wenn wir Staub / Ade! ich muß ins Feld /Mein hart Verhängnüß rufft mich wider an die Spitze.O Vater gute Nacht! der mich itzt von Euch reißtVnd durch die wilde See in ferne Grentzen weißt /Erhalte diese Hand die ich so traurig küsse.Ich wündsche nicht nur mir. Sol vnser Leid vergehnSo muß durch euren Rath / was liegt vnd sinckt auffstehn /O! daß mein Land mit mir / euch doch bald frölich grüsse!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Sonnette. Das Ander Buch. S. 31f., Johann Lischke, Breßlau, 1658
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An H. Christoph von Dihr“, Fassung 1.472.909 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Andreas Gryphius starb 1664; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1734 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118543032 der Deutschen Nationalbibliothek.
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