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Versbuch

Vergnügtes Mädchen

Alfred Lichtenstein · 18891914

25 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1962

[Zu einem Bild]

Sieh doch, so ein feines Luder!Diesmal hatt’ ich wirklich Schwein.Sein Gesicht ist weiß wie Puder –Louis, nimm ihn! Laß mich sein …

Wird sich noch ein Bein ausrenken –Oder schlägt an einen Pfahl –Hui, der wird sein Lebtag denkenAn den heut’gen Karneval.

Kannst ihn ganz allein behalten …Daß dich nur kein Wachmann faßt –Geh doch zu der Sau, der alten,Die du ja viel lieber hast.

Ich find alle Tage einenNeuen Freund … ich brauch dich nicht.Louis schielt nach meinen Beinen,Schimpft. Und schlägt mich ins Gesicht:

„Wirst du gleich ihn bei den FüßenFassen … Quatsch nicht … So … Gradaus.Warte, Schleimstück, du sollst’s büßen,Kommst du erst mit mir nach Haus!“

Mich ergreift ein tolles Fieber.Hiii – ich freu’ mich fürchterlich.Endlich wieder ist mein lieberSüßer Schieber geil auf mich.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gesammelte Gedichte, S. 37, 1. Auflage, Die Arche, Zürich, 1962
Digitalisat
de.wikisource.org — „Vergnügtes Mädchen“, Fassung 4.093.055 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Lichtenstein starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118832891 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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