Es saßen einstens beieinand
Wilhelm Busch · 1832–1908
23 Zeilen · zuerst gedruckt [1960]
Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand.Da sprach der Fritz: Nun gib mal acht,Was ich geträumt vergangne Nacht.Ich stieg in einen schönen Wagen,Der Wagen war mit Gold beschlagen.Zwei Englein spannten sich davor,Die zogen mich zum Himmelstor.Gleich kamst du auch und wolltest mitUnd sprangest auf den Kutschentritt,Jedoch ein Teufel, schwarz und groß,Der nahm dich hinten bei der HosUnd hat dich in die Höll getragen.Es war sehr lustig, muß ich sagen. –So hübsch nun dieses Traumgesicht,Dem Ferdinand gefiel es nicht.Schlapp! schlug er Fritzen an das Ohr,Daß er die Zippelmütz verlor.Der Fritz, der dies verdrießlich fand,Haut wiederum den Ferdinand;Und jetzt entsteht ein Handgemenge,Sehr schmerzlich und von großer Länge. –So geht durch wesenlose TräumeGar oft die Freundschaft aus dem Leime.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Kritik des Herzens. In: Historisch-kritische Gesamtausgabe in vier Bänden. Band 2, S. 500, Vollmer, Wiesbaden u. Berlin, [1960]
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Es saßen einstens beieinand“, Fassung 3.779.512 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Wilhelm Busch starb 1908; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1978 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118517880 der Deutschen Nationalbibliothek.
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