Neueste Väterweisheit
Theodor Fontane · 1819–1898
18 Zeilen · zuerst gedruckt 1905
„Zieh nun also in die Welt,Thue beharrlich was Dir gefällt,Werde keiner Gefühle Beute,Meide sorglich arme Leute,Werde kein gelehrter Klauber,Wissenschaft ist fauler Zauber,Sei für Rothschild statt für Ranke,Nimm den Main und laß die Panke,Nimm den Butt und laß die Flunder,Geld ist Glück und Kunst ist Plunder,Vorwärts auf der schlechtsten Kragge,Wenn nur unter großer Flagge.Pred’ge Tugend, pred’ge Sitte,Millionär ist dann das Dritte,Quäl’ Dich nicht mit „wohlerzogen“.Vorwärts mit den EllenbogenUnd zeig’ jedem jeden Falles:„Du bist nichts und ich bin alles.“
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 76–77, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Neueste Väterweisheit“, Fassung 2.572.047 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
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