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Versbuch

Jan Bart

Theodor Fontane · 18191898

32 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1905

Jan Bart geht über den Vlissinger Damm.„Hür’, Katrin, wi trecken tosamm;En Huus, en Boot, ’ne Zieg’ un ’ne Kuh’,1Wat mienst, Katrin? sy miene Fru.“

Katrin an ihrem Friesrock zog:„Ne, Jan, bist mi nich Mynherr ’noog.“Der nickt und lacht: „Na, denn Adje.“2Und nach Frankreich geht er und sticht in See.

Matrose, Maat, so fängt er an,Auf der zweiten Reise: Steuermann,Auf der dritten: Leutnant unter Du Quesne,3Auf der vierten: Flottenkapitän.

Und als es mit England kommt zum Krieg,Wo Jan Bart erscheint, erscheint der Sieg;Wie stolz das britische Banner auch weh’,Jan Bart ist Herr und fegt die See.

Heut aber tritt er vor seinen Herrn,Vor Louis quatorze. Der sieht ihn gern.4„Willkommen, Jan Bart, in diesem Saal,Ich ernenn’ Euch zu meinem Groß-Admiral.“

Jan Bart verneigt sich: „Majestät,Was klug und recht ist, kommt nie zu spät.“Alles starrt auf den König, der aber lacht, –Jan Bart hat sich wieder heim gemacht.

Und am Vlissinger Damm, an alter Stell’,Sitzt wieder Katrin auf ihrer Schwell’,Ihren Ältesten hält sie bei der Hand,Der Jüngste liegt und spielt im Sand.

Er grüßt sie lachend und noch einmal:„Katrin, ich bin nu Groß-Admiral,Katrin, w’rüm biste nich mit mi goahn?“„‚Joa, wenn ick’t wußt hätt, hätt’ ick’t doahn.‘“5

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Seite 235–236, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Jan Bart (Fontane)“, Fassung 1.531.950 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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