Aber wir lassen es Andere machen
Theodor Fontane · 1819–1898
14 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1905
Ein Chinese, (’s sind schon an 200 Jahr)In Frankreich auf einem Hofball war.Und die Einen frugen ihn: ob er das kenne?Und die Andern frugen ihn: wie man es nenne?„Wir nennen es tanzen“, sprach er mit Lachen,„Aber wir lassen es Andere machen.“
Und dieses Wort, seit langer Frist,Mir immer in Erinnerung ist.Ich seh das Rennen, ich seh das Jagen,Und wenn mich die Menschen umdrängen und fragen,„Was thust Du nicht mit? Warum stehst Du bei Seit’?“So sag’ ich: „Alles hat seine Zeit.Auch die Jagd nach dem Glück. All derlei Sachen,Ich lasse sie längst durch Andere machen.“
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 57, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Aber wir lassen es Andere machen“, Fassung 1.554.681 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.