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Versbuch

Venedig

Rainer Maria Rilke · 18751926

13 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1898

Fremdes Rufen. Und wir wählenEine Gondel, schwarz und schlank:Leises Gleiten an den PfählenEiner Marmorstadt entlang.

Still. Die Schiffer nur erzählenSich. Die Ruder rauschen sacht,Und aus Kirchen und KanälenWinkt uns eine fremde Nacht.

Und der schwarze Pfad wird leiser,Fernes Ave weht die Luft, –Traun: Ich bin ein toter KaiserUnd sie lenken mich zur Gruft.

28. März 1897.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Advent, S. 35, 1. Auflage, P. Friesenhahn, Leipzig, 1898
Digitalisat
de.wikisource.org — „Venedig (Rilke)“, Fassung 841.302 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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