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Versbuch

San Marco

Rainer Maria Rilke · 18751926

15 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1918

VENEDIG

In diesem Innern, das wie ausgehöhltsich wölbt und wendet in die goldnen Smalten,rundkantig, glatt, mit Köstlichkeit geölt,ward dieses Staates Dunkelheit gehalten

und heimlich aufgehäuft, als Gleichgewichtdes Lichtes, das in allen seinen Dingensich so vermehrte, daß sie fast vergingen.Und plötzlich zweifelst du: vergehn sie nicht?

und drängst zurück die harte Galerie,die wie ein Gang im Bergwerk nah am Glanzder Wölbung hängt; und du erkennst die heile

Helle des Ausblicks: aber irgendwiewehmütig messend ihre müde Weileam nahen Überstehn des Viergespanns.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 75, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
Digitalisat
de.wikisource.org — „San Marco“, Fassung 2.087.764 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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