Zum Inhalt springen
Versbuch

Superavit

Rainer Maria Rilke · 18751926

15 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1955

Nie kann ganz die Spur verlaufeneiner starken Tat; dies lehrtzu Konstanz der Scheiterhaufen;denn aus tausend Feuertaufensteigt der Hochgeist unversehrt.

Bis zu uns her ungeheuerragt der Reformator Hus,fürchten wir der Lehre Feuer,neigen wir uns doch in scheuerEhrfurcht vor dem Genius.

Der, den das Gericht verdammte,war im Herzen, tief und rein,überzeugt von seinem Amte, –und der hohe Holzstoß flammteseines Ruhmes Strahlenschein.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 34., Insel-Verlag, Frankfurt am Main, 1955
Digitalisat
de.wikisource.org — „Superavit“, Fassung 3.779.409 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Rainer Maria Rilke

Alle Gedichte von Rainer Maria Rilke ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.