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Versbuch

Letzte Abfahrt aus München

Joachim Ringelnatz · 18831934

13 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1932

„Schlafwagen.“ Schön klingt dieses Wort.Schlafen und dennoch vorwärts sausen.

Nun ging ich endgültig von München fort.Es standen sieben treue Freunde draußen.

Lang ist die Eisenbahnfahrt, kurz ein Leben. —Was wird sich mir und ihr wohl nun begeben?

Es ist nicht wichtig, was wer wem verleidet.Es ist kleindumm, wenn jemand bös beneidet.

Es ist beneidenswert, was jemand heimlich leidet.

Wir alle leben so gern im Bequemen.Was du je grübeltest und schriest und sangst — —

Es scheint mir gut, wenn du beim AbschiednehmenStatt um dich selbst um einige Freunde bangst.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 54, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Letzte Abfahrt aus München“, Fassung 3.026.874 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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