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Versbuch

Klage

Rainer Maria Rilke · 18751926

21 Zeilen · zuerst gedruckt 1906

O wie ist alles fernund lange vergangen.Ich glaube der Stern,von welchem ich Glanz empfange,ist seit Jahrtausenden tot.Ich glaube im Bootdas vorüberfuhr,hörte ich etwas Banges sagen.Im Hause hat eine Uhrgeschlagen …In welchem Haus? …Ich möchte aus meinem Herzen hinausunter den großen Himmel treten.Ich möchte beten.Und einer von allen Sternenmüßte wirklich noch sein.Ich glaube ich wüsstewelcher alleingedauert hat,welcher wie eine weiße Stadtam Ende des Strahls in den Himmeln steht …

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 2, S. 46, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Klage (Rilke)“, Fassung 2.353.124 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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