Kämpfen
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
13 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1955
I
Ein heißer Eid, ein gramerpreßter,der leicht von jungen Lippen rinnt,der machte zur barmherzgen Schwesterfast über Nacht ein blondes Kind.
Des jungen Lebens Wellen fließenfortan durch Krankenstuben still;es träumt ihr Herz noch vom Genießen,wenn auch das Aug es leugnen will.
Denn mit der Strenge der Asketendrängt sie zurück, was in ihr quillt,und geht um Kraft nach Emaus betenzum wunderstarken Gnadenbild.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 64–65., Insel-Verlag, Frankfurt am Main, 1955
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Kämpfen“, Fassung 2.308.460 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
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