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Versbuch

Der Panther

Rainer Maria Rilke · 18751926

13 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1907

IM JARDIN DES PLANTES, PARIS

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbeso müd geworden, daß er nichts mehr hält.Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbeund hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,der sich im allerkleinsten Kreise dreht,ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupillesich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,geht durch der Glieder angespannte Stille –und hört im Herzen auf zu sein.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte. S. 37, 1. Auflage, Insel-Verlag, Leipzig, 1907
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Panther“, Fassung 3.502.516 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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